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Mittwoch, 12. Januar 2011

Flintenweiber in der Politik

Warum sind waffentragende Frauen in der Politik erfolgreich? Was fasziniert Männer an Flintenweibern in der Politik? Sind Girls with Guns gefährlich?


Nein, das ist nicht Sarah Palin. Nein, das ist kein Gewehr, mit dem sie da zielt. Und nein, sie hat mit dem Attentat in Arizona nichts zu tun. Sarah Palin kondoliert und betet auf Facebook für die Opfer und ihre Familien, für Frieden und Gerechtigkeit.

Nein, das ist nicht Yvette Estermann. Nein, das ist keine Luftpistole, die sie stolz in der Sonntagszeitung präsentiert. Und nein, sie kann nichts dafür, dass ein Rekrut 2007 in Zürich-Höngg mit dem Sturmgewehr eine Passantin erschiesst.


Nein, auch diese Fadenkreuz-Karte auf der Homepage von Sarah Palin's Political Action Committee hat mit dem Attentat in Arizona rein gar nichts zu tun. Aber vielleicht sollte Sarah Palin ihr Komitee in SarahGAP - Sarah's Gun Action Politics umtaufen...

Und nein, die hohe Verfügbarkeit von Schusswaffen ist nicht schuld daran, dass die Schweiz bei Suiziden mit Schusswaffen einen traurigen Rekord hält: 43,6 Prozent der 15- bis 24-jährigen Männer, welche Selbstmord begingen, setzen ihrem Leben mit einer Waffe ein Ende - deutlich mehr als in jedem anderen europäischen Land.

Schliesslich töten nicht Waffen, sondern Menschen, die abdrücken. Dennoch kann mann und frau nicht behaupten, das alles hätte nichts, aber auch gar nichts mit einander zu tun. Deshalb gehört die Armeewaffe nicht in den Kleiderschrank.

Montag, 10. Januar 2011

Ersatz für einen hundskommunen Bus

Vor mehr als 20 Jahren haben wir in der WoZ einen visionären Artikel mit dem Titel "Im Monorail durchs Business-Valley" publiziert - seit Dezember fährt tatsächlich ein Bähnli durchs Zürcher Glatttal, allerdings ist es nur ein hundskommunes Tram.

In den 80er Jahren war ich Mitglied des Ssenter for Applied Urbanism (SAU) und habe mich intensiv mit dem Thema Stadtentwicklung auseinandergesetzt. Mit dem SAU produzierten wir für die WoZ ein achtseitiges Dossier "Stadtentwicklung & Wohhnungsnot - Urbane Maschine Schweiz", das am 22. Dezember 1989 erschien. Auf der letzten Seite dieses Dossiers war dieser Artikel:



Nicht alles, das wir damals prophezeit haben, ist tatsächlich eingetroffen, aber erstaunlich viel. Es ist zwar kein Monorail und wurde auch nicht privat finanziert, aber die Linienführung der neuen Tramlinie 12 entspricht dem damaligen Vorschlag und führt vom Flughafen über Glattbrugg, das Fernsehstudio, Wallisellen und den längsten Eisenbahnviadukt der Schweiz (1209 m) bis zum Bahnhof Stettbach. Kurz: Es ist der Versuch das urbane Patchwork in Zürichs Norden mit dem öV zu erschliessen und zu strukturieren.



Die Eröffnung der letzten Etappe am 11.12.2010 zog zahlreiche Schaulustige an und die Bahn- und Tramfans sind hell begeistert. Wer das neue Bähnli auf Stelzen wie ich nicht selber testen will, kann sich ja dieses Youtube-Video reinziehen (am spektakulärsten ist die Fahrt über den Viadukt, ab etwa 6:50 des Videos):



Anzufügen wäre noch dreierlei: 1. Die vier im Artikel erwähnten, grossen Entwicklungsgebiete sind inzwischen alle mehr oder weniger dicht überbaut. 2. Zürichs Nordumfahrung, die Zürich-Nord automässig erschliesst, ist chronisch überlastet, und die Glatttalbahn kann - auch wenn sie ein Erfolg wird - den Verkehrskollaps nur hinauszögern. 3. Der Ersatz für den "hundskommunen Bus", wie wir damals schrieben, hat die öffentliche Hand 650 Millionen Franken gekostet.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Wieso ausgerechnet Sergio, Benoît und Beat?

Schon seit einiger Zeit frage ich mich, warum die Freizeittester der SBB ausgerechnet Sergio, Benoît und Beat heissen. Andere kennen die Antwort vielleicht schon länger. Aber jetzt weiss ich sie auch.

Sie könnten natürlich auch S alvatore, B laise und B runo heissen, aber keinesfalls S andro, A ndré und U rs - weil dann die Anfangsbuchstaben der Namen eine andere Abkürzung ergäbe als SBB... Jetzt wird auch klar, dass die Werbeagentur, die den Freizeittestern diese Namen verpasst hat, eine Deutschschweizer Agentur ist, sonst hiessen die drei Typen in dieser Logik per esempio / par example C arlo, F rançois und F ritz. Aber warum müssen es ausgerechnet drei Männer sein, die für die SBB Freizeitangebote testen? Was ist mit S andra, B abette und B ettina? Oder sind die Freizeitabenteuer der SBB nichts für Frauen?


Die SBB-Freizeittester der Contexta AG Werbeagentur auf Vimeo

Mittwoch, 5. Januar 2011

Lieberherr vs. Ehepaar Müller

Emilie Lieberherr, unermüdliche Kämpferin für die Frauensache, ganze 24 Jahre lang Zürcher Stadträtin, Vertreterin einer sozialeren Drogenpolitik, ist 86jährig gestorben. Für mich nicht der Anlass für einen Nachruf, sondern dafür, eine legendäre TV-Sendung mit Emilie Lieberherr zu suchen, wieder anzuschauen und hier zu präsentieren. Ein grossartiges Zeitdokument von 1980 für alle, die nicht wissen, was "Müllern" ist, für alle, die gerne wissen möchten, wie "Müllern" geht, und für alle, die an dieser genialen Verarschung immer noch ihre helle Freude haben.

Im "CH-Magazin" vom 15.7.1980 kämpft Emilie zwar tapfer, aber sie und alle anderen Teilnehmer in dieser Gesprächsrunde werden von "Anna und Hans Müller" auf dem falschen Fuss erwischt und nach allen Regeln der Kunst vorgeführt - im Nachhinein ist es unglaublich, dass die Müllers so dick auftragen und die Sendung dennoch nicht abgebrochen wurde oder die anderen in der Runde nicht einfach aufstanden und davonliefen...

Dieses Fundstück habe ich nicht zufällig gefunden, sondern ganz gezielt gesucht. Fündig wurde ich nicht etwa auf Youtube, sondern im Archiv des Swiss TiVi. Danke.

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Dienstag, 4. Januar 2011

Jazzige World Music vom Balkan

Ein Geheimtipp im Kreuz Solothurn: auf dieses Konzert mit dem Elina Duni Quartet freue ich mich auch als Veranstalter ganz besonders.

Hier der Promotext von Grego Applegate Edwards: “Das Elina Duni Quartet mit seiner einzigartigen Mischung aus osteuropäischer Tradition, transponiert in modernen Jazz, hypnotisiert. Die Gruppe weist eine Sensibilität auf, die weit über die Konstellation Sängerin plus Piano Trio Backup hinausgeht. Die Musik ist abwechselnd zärtlich, leise traurig, meditativ intim und leidenschaftlich, und Elina ist eine Stimm-Stilistin, die es verdient, gehört zu werden. Das Resultat ist schlicht schöne und mit viel Liebe gemachte Musik, die zeigt, dass „Sängerin plus Band“ nicht zwangsläufig fade, endlose Wiederholungen der Vergangenheit bedeuten, sondern dass mit dieser Formel durchaus verschiedene Stile und Weltklänge auf neue Art harmonisch zusammengeführt werden können. Hervorragend.“

www.elinaduni.com



Samstag, 8. Januar 2011, 20.30 Uhr
Kreuz Solothurn, Ticketreservation

Montag, 3. Januar 2011

Noch kein Frühling, aber...

... Don Quijote hat beim Kampf gegen den Schnee bereits erste Erfolge erzielt, wie der Panoramablick aus unserem Dachfenster zeigt:

Zum Vergrössern aufs Bild klicken! Der "London-Zug" ist für Frau Froggs Gottenbub ;-)

Sonntag, 2. Januar 2011

Adrenalin macht glücklich

Nichts macht glücklicher als wenn man für oder gegen etwas kämpfen kann. Dank der massiven Adrenalinausschüttung - vermute ich mal - ging es dem tragischen Held von Cervantes immer dann hervorragend, wenn er sich in ein neues Abenteuer stürzen konnte. Mein rostiger Don Quijote auf unserem Balkon jedenfalls kämpft schon mal tapfer gegen den Schnee...



Ein glückliches Neues Jahr mit viel Adrenalin!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Hartnäckige Nostalgiker

Gondelbahn oder "Sässeli"? Der Streit über die Erschliessung des Solothurner Hausbergs führt dazu, dass der Betrieb der historischen Sesselbahn bereits seit 2009 eingestellt ist und sich andererseits der Bau einer neuen Bahn auf den Weissenstein weiter verzögert. Das Kurhaus Weissenstein musste wegen fehlender Perspektiven schliessen und wurde diesen Monat verkauft. Lieber ein Hausberg ohne Bahn als ein Hausberg mit einer neuen Gondelbahn?

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Fährt seit 2009 nicht mehr: Das Sässeli. Bildquelle: www.seilbahn-nostalgie.ch

Der Verein "Pro Sesseli" und der Schweizer Heimatschutz kämpfen für den Erhalt der 60jährigen Sesselbahn und haben zu diesem Zweck die Stiftung "Historische Seilbahn Weissenstein" gegründet, die die Sesselbahn kaufen und weiterbetreiben will. Hinter der Stiftung steht u.a. der Multimilliardär Hansjörg Wyss, Besitzer der Medizinaltechnikfirma Synthes, der einen "namhaften Betrag" versprochen hat. Auf Betreiben des Heimatschutzes untersagt das Bundesamt für Verkehr den Bahnbetreibern, einstweilen Bestandteile der Bahn zu verkaufen, obwohl es überzeugt ist, dass dieser Typ Bahn sicherheitstechnisch nicht sanierbar ist.

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Soll künftig auf den "Berg" fahren: Das Gondeli. Bildquelle: Regionaljournal AG/SO von Radio DRS

Auf der anderen Seite stehen die Seilbahn Weissenstein AG (SWAG) und die Facebookgruppe "Pro Gondeli", die die historische Sesselbahn abreissen und mit einer modernen Sechser-Gondelbahn ersetzen wollen. Die SWAG wollte den Weissenstein mit einer Rodelbahn und einer Tubing-Anlage touristisch aufwerten, was aber das Bundesamt für Raumentwicklung bereits 2008 abgelehnt hat, weil der Weissenstein im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgelistet ist. Die Gondelbefürworter planen weiter, während die Gondelgegner bezweifeln, ob die neue Bahn mit Investitionskosten von 12 bis 15 Millionen Franken überhaupt gewinnbringend betrieben werden kann.

weissenstein07Ausrangierte Sässeli. Bildquelle: www.seilbahn-nostalgie.ch

Ich kann nachvollziehen, dass die Solothurner und Solothurnerinnen an der historischen Sesselbahn vom Typ Von-Roll 101 hängen und sich für ihren Erhalt einsetzen. Aber wenn ich wählen müsste zwischen Hausberg ohne Bahn oder Hausberg mit Gondelbahn, würde ich mich ohne zu Zögern für die Gondelbahn entscheiden, auch wenn ich die Fahrten auf dem Seitwärts-Sesseli immer genossen habe, auch wenn es die letzte Bahn dieses Typs ist, auch wenn der Heimatschutz für das Sesseli Schoggitaler verkauft und auch wenn Ben Jeger eigens eine "Sässeli-Mazurka" komponiert hat. Anyway, noch ist das letzte Wort in Sachen Sesseli vs. Gondeli nicht gesprochen.


Sässeli-Nostalgie pur. Bildquelle: www.seilbahn-nostalgie.ch

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