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Dienstag, 25. Januar 2011

Filmtagefieber im Kreuz

Solothurn ist im Fieber, im Filmtagefieber. Auch im Kreuz herrscht der Ausnahmezustand: über der Beiz noch eine grössere Beiz im Saal, etwa dreimal soviel Personal wie sonst und fast rund um die Uhr offen.

Das Panorama zeigt die Filmtagebeiz im KreuzSaal in einem ruhigen Moment während des ersten Filmblocks. Kurz darauf strömen die Mittagsgäste in den Saal.


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Und der Blick aus dem Fenster zeigt: Vor dem Landhaus stehen die Filmtage-BesucherInnen schon für den nächsten Film an.

Montag, 24. Januar 2011

Wänn Si e Güggli?

Als ich vor Jahren an einem Basler Kiosk Postkarten kaufen wollte, fragte mich die Kioskfrau: "Wänn Si e Güggli?" Ich muss sie so verständnislos angeschaut haben, dass sie ihre Frage wiederholte. Schliesslich begriff ich: Sie wollte wissen, ob ich ein "Papierseckli" wolle.

Basler und Baslerinnen werden sich ab dieser Geschichte ins Fäustchen lachen: So weit kommt's, wenn einer mit Zürcher Dialekt in Basel Postkarten kaufen will. Bei solchen Dialektproblemen schafft jetzt der kleine Sprachatlas vom Orell Füssli Verlag Abhilfe. Mit 120 Sprachkarten zeigt der Atlas auf, wo man was wie sagt - z.B. für einen Papiersack:


Ob allerdings die Kioskfrau am Bodensee fragen würde, ob ich eine "Chuchere" wolle, wage ich zu bezweifeln. Sicher ist nur, dass ich in diesem unwahrscheinlichen Fall ähnlich ghüüslet dreinschauen würde.

"Kleiner Sprachatlas der deutschen Schweiz" (2. Auflage im Huber Verlag Frauenfeld) war mein Weihnachtsgeschenk an meine Liebste und - ich geb's zu - ich habe auch meine Freude daran. Als Geograf kann ich meine Faszination für thematische Karten nicht verleugnen, wie regelmässige Leser und Leserinnen dieses Blogs sicher schon festgestellt haben.In diesem Sprachatlas überschneiden sich aber unsere Interessen perfekt: Ihr Interesse für Dialekt- und Soziolekt-Fragen und meine Freude an bunten und aussagekräftigen Karten. Hier noch ein Beispiel, das sehr schön zeigt, was ich meine und wie unglaublich vielfältig die Schweizer Dialektausdrücke für Löwenzahn sind:


Dem Löwenzahn sage ich übrigens "Chrottepösche"...

Sonntag, 23. Januar 2011

Saudische Frauen-Rockband

Wer hätte das gedacht? Aber das gibt es tatsächlich: eine saudische Frauen-Rockband. Sie heisst: The Accolade. In Saudiarabien dürfen die vier Frauen keine Konzerte geben, aber auf dem Internet sind sie hitverdächtig.

Auf Accolade gestossen bin ich durch die Sendung "International" von Fredy Gsteiger auf Schweizer Radio DRS über Saudi-Arabien - langsame Ankunft in der Gegenwart. Auf Youtube gibt es mehrere Songs von Accolade - ich finde, sie tönen wie westliche Rocksongs. Aber dieses Video hier wurde schon über 70'000 mal angesehen und hat schon fast 400 Kommentare bekommen - wer hätte das gedacht!


The Accolade - Frauen-Rock-Musik aus Saudi-Arabien

Samstag, 22. Januar 2011

Polit-Rap gegen Giganto-Silo

In Zürich wird am 13. Februar nicht nur über die Waffenschutzinitiative abgestimmt, sondern auch über ein gigantomanisches Silo, das mit 120 Metern Höhe alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.

Der Schatten, den dieser Betonkoloss zur besten Badezeit auf die benachbarte Badi wirft, ist denn auch der Stein des Anstosses. Mein Geografie-Kollege und AL-Gemeinderat Richard Wolff kämpft deshalb an vorderster Front gegen diesen Koloss von Swissmill, ein Tochter-Unternehmen von Coop. Seine einleuchtende Argumentation gegen dieses Getreide-Monster sind unter Swissmill - der Wurm im Turm nachzulesen.

In dieser Debatte, die in Zürich hohe Wellen wirft, erhält er Unterstützung von den Polit-Rappern Libero, Kesayer Shar, Faebs, Conflict und SGM, die mit "Sunne" einen zürichdeutschen Song gegen den geplanten Swiss Mill Tower ins Netz gestellt haben:



Der Wurm ist im Turm - Nein zum Getreide-Monster!

Donnerstag, 20. Januar 2011

Der Winter ist zurück


Der Blick von meinem Schreibtisch ins Wintermärchen...

Montag, 17. Januar 2011

Mehr Waffen - mehr Sicherheit?

Da soll einer diese AmerikanerInnen verstehen! Seit dem Attentat in Tucson ist die in Österreich hergestellte Glock, die Waffe des Attentäters, ein Verkaufshit. Wegen Befürchtungen, der Staat könnte die liberalen Waffengesetze verschärfen, herrscht landesweit ein Run auf die Waffenläden.

Dabei kommen in den USA gemäss "Small Arms Survey" schon jetzt 96 Kleinwaffen auf 100 EinwohnerInnen, siehe auch mein Eintrag vom 15. Januar. Können denn die USA mit noch mehr privaten Waffen überhaupt noch sicherer werden? Fakt ist: Die Waffenverkäufe schnellen nach oben, vgl. Bericht von n-tv (1:28) - und irgendwie ist es absurd: Amokläufe und Attentate sind beste Werbung für die Waffenindustrie...

Sonntag, 16. Januar 2011

Traumhaftes Panorama und kein Wölkchen

Gemäss Wikipedia leitet sich der Begriff Panorama aus den griechischen Wörtern πᾶς (sprich: pas – alles, ganz) und ὁράω (sprich: horao – sehen) ab und bezeichnet: Rundblick, siehe Rundsicht, und zehn weitere Bedeutungen. Und unter Rundsicht versteht man einen freien Blick über den ganzen Horizont, d. h. über 360 Grad.

Diesen freien Blick über den ganzen Horizont kann man auf einem Berg nur an einem Punkt geniessen: auf der Spitze. Oder im Fall der Rigi: auf dem Kulm. Tatsächlich kann man da den Blick frei über 360 Grad Horizont schweifen lassen. Dennoch ist das Rigi-Panorama anders als z.B. der Rundblick von einem hohen Turm: Da die Rigi ein breiter Bergrücken ist, ist der Blick nie ganz frei - immer sind auch noch andere Teile dieses Bergrückens im Blickfeld. Es wundert mich deshalb nicht, dass ich mit der Bildersuche von Google auf die Schnelle auch kein 360°-Panoramabild vom Kulm gefunden habe.

Das typische Rigi-Panorama ist also eine Teil-Panorama, hier der Blick vom First Richtung Süden:

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Und hier das nördliche Teil-Panorama von der Rigi-Scheidegg:

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Und schliesslich der BlicK von der Bergstation der Rigi-Scheidegg-Seilbahn Richtung Norden und Osten:

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Leider waren nicht alle Bilder, aus denen diese Panoramen zusammengesetzt sind, scharf, aber was soll's! Heute herrschte traumhaftes Panoramawetter: Kein Wölkchen trübte den 360°-Rundblick.

Samstag, 15. Januar 2011

Bis zu den Zähnen bewaffnet

In der Solothurner Zeitung vom 14. Januar hat mich eine Grafik angesprungen: Die Länder mit höchsten Schusswaffendichte. Angeführt wird diese unrühmliche Rangliste von - wen wundert's - den USA, es folgt der Jemen und dann schon auf dem dritten Platz die Schweiz, die mit 45.7 Kleinwaffen pro 100 Einwohner die höchste Waffendichte Europas aufweist.


Quelle: Solothurner Zeitung vom 14.1.2010

Basis dieser Grafik ist der «Small Arms Survey» des Genfer Hochschulinstituts für internationale Studien (IUHEI). Schätzungen des renommierten Genfer Instituts gehen in der Schweiz von rund 3,4 Millionen Schusswaffen aus. So genau weiss das niemand, aber fast jeder und jede Zweite in der Schweiz - vom Neugeborenen bis zur betagten Königin des Altersheims - soll also eine Kleinwaffe besitzen. Davon sind 546'975 oder 16% Armeewaffen, die als Teil der persönlichen Ausrüstung zu Hause gelagert werden oder von Armeeangehörigen in ihren Privatbesitz übernommen wurden. Und was ist eigentlich mit den restlichen 84%, den rund 2'850'000 Kleinwaffen, die sonst noch bei uns im Umlauf sind? Das sind wohl kaum nur Jagdgewehre und Sammlerstücke...

Aber es kommt noch besser: "Wir haben noch einen Karabiner - aber wo?" ist der Titel der Recherche von zwei AZ-Journalisten, die sich auf die Suche nach zu Hause gelagerten Kleinwaffen gemacht haben. Sie schreiben in ihrem Artikel neben der Grafik, dass viele gar nicht wissen, ob sie eine Waffe zu Hause haben, oder dann nicht wissen, wo sie versorgt ist. Das Beruhigende daran ist: Wer nicht weiss, wo seine Waffe ist, kann auch nicht damit schiessen. Das Beunruhigende daran ist, dass die Armee ihre vergessenen Grosswaffen nur per äxgüsi in einem Stollen wieder findet (400 Schützenpanzer und Panzerhaubitzen, vgl. "Maurers schimmelnde Panzer" auf NZZ Online) und dass offenbar viele in diesem bis zu den Zähnen bewaffneten Land nicht wissen, wo sich ihre Kleinwaffe befindet...
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