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Samstag, 26. Februar 2011

Weisser Ersatz-Schimmel

An trüben Tagen wie an diesem Wochenende ist herzerwärmende Musik ein Aufsteller: Im Kreuz spielte sich gestern Dschané mit leidenschaftlich vorgetragenen Roma-Liedern in die Herzen der Konzertbesucher und -besucherInnen.



In Erinnerung bleibt nicht nur die warme Stimmung an diesem Konzert, sondern auch eine Anekdote von Kapellmeister Andrea Panitz: In der Ankündigung eines Lieds über einen Roma, der zu Geld gekommen war und sich damit seinen grössten Traum erfüllen konnte, sagte Panitz, der Traum jedes Fahrenden sei ein weisses Pferd. Doch heutzutage werde der Schimmel mehr und mehr durch einen grossen Mercedes ersetzt — aber weiss müsse er schon sein.

Vielleicht ein Klischee, aber schön ist die Geschichte trotzdem.

Freitag, 25. Februar 2011

Geiles Bühnenbild — rachsüchtige Frau

Gestern hat mich Frau Frogg ins Theater eingeladen. Gewünscht habe ich mir "Medea" im Schauspielhaus Zürich — nicht wegen des fast 2500 Jahre alten Stoffs, sondern wegen des geilen Bühnenbilds. Aber die Inszenierung von Barbara Frey gehört zum Besten, das ich auf der Pfauenbühne je gesehen habe.

Nina Hoss als Medea im Bühnenbild von Bettina Meyer (Quelle: Schauspielhaus Zürich)

Das Bühnenbild zelebriert den Guckkasten: Der Guckkasten in der weissen Guckkastenbühne zieht den Blick des Publikums auf Medea, die ihre "Puppenstube" nur für das Finale verlässt. Dass das mit viel Liebe fürs Detail gestaltete Einzimmergefängnis keinen sichtbaren Ausgang hat, unterstreicht nur noch die Ausweglosigkeit von Medeas Situation: Verlassen von ihrem Mann Jason wegen einer Jüngeren und verbannt von König Kreon, kann sie auch nicht zurück zu ihrer Familie, mit der sie gebrochen hat, um Jason zu helfen. Doch zurück zum Bühnenbild: Die Liebe zum Detail geht so weit, dass die Wolken, die durchs rückwärtige Fenster zu sehen sind, ganz langsam von links nach rechts ziehen und dass sich "draussen" das Licht im Tagesverlauf verändert — Video sei Dank. Schon leicht surreal wirkt es, wenn Medeas Bote mit dem Velo durchs unschuldige und grelle Weiss herankurvt, um ihr dann die grässlichen Folgen ihrer Tat in allen Details*) zu schildern. Kurz: Dieses Bühnenbild ist — ich kann's nicht anders sagen — einfach geil!

Doch auch Barbara Freys Inszenierung dieses nach wie vor aktuellen Stoffs ist mehr als gelungen: Damals wie heute ist es ein Drama, wenn zwei Menschen, die sich bis zur Selbstaufopferung liebten, sich trennen. Doch nicht jede Trennung endet ausweglos in einem Scheidungsdrama, denn immer gibt es noch andere Optionen. Aber im Fall von Medea ist es dank Euripides und des Schauspielhaus-Ensembles nachvollziehbar, warum die Geschichte den schlimmstmöglichen Ausgang nimmt: Medea ist rachsüchtig und die Situation aus ihrer Sicht ausweglos. Deshalb rächt sie sich an ihrem treulosen Mann, indem sie dessen Braut brutal vergiftet und die gemeinsamen Kinder erdolcht. Anders als im modernen Familiendrama "The war of the roses", bei dem der Scheidungskrieg bis zum Tod beider Kontrahenten eskaliert, müssen Jason und Medea nach der schrecklichen Tat weiterleben...

In der Berurteilung kann ich mich der Kritik im Tages-Anzeiger nur anschliessen: "Da weiss man wieder einmal, was Theater kann: Die im Pfauen gezeigte «Medea» hat maximalen Beifall verdient."

*) Nicht nur bei mir, sondern auch im Kopf von Frau Frogg tauchen bei dieser Schilderung sofort Bilder von schrecklich zugerichteten Leichen auf, die aus gerichtsmedizinischen TV-Serien wie CSI stammen.

Donnerstag, 24. Februar 2011

And all because the lady loves

Das Frauenduo aus Newcastle, das in den 90er Jahren Kult war, kommt auf Revival-Tour in die Schweiz. Ich freue mich, dass die legendären Ladies auch zu mir ins Kreuz Solothurn kommen.



Das in den späten 80er Jahren gegründete Frauenduo aus Newcastle war vor 20 Jahren Kult – jetzt kommen Rachel Collins (Bass) und Nicky Rushton (Gitarre) für eine Revival-Tour in die Schweiz. In Grossbritannien hatten die beiden durchaus Erfolg, aber in der Schweiz sind sie legendär – vor allem wegen ihres wunderschönen und betörenden Gesangs und etlichen Songs mit Ohrwurmcharakter. Etwa die Hälfte ihrer Lieder sind eigentliche Duette, während bei den übrigen die eine für den Leadgesang und die andere für den Hintergrundgesang zuständig ist. Obwohl die Ladies einige Alben herausgebracht haben (Anything But A Soft Centre, Centred, Sugar Baby Love, Sister Bridget), haben sie sich ihre treue Fangemeinde vor allem mit Liveauftritten – u.a. auch im Kreuz – erspielt. 1994 gab das Duo in Luzern sein letztes Konzert, seither warten die Fans auf dieses Revival.

Donnerstag, 10. März 2011, 20.30 Uhr
Kreuz Solothurn www.kreuzkultur.ch

Dienstag, 22. Februar 2011

Lucerne en recul: Luzerns Luginbühl

Hätte ich gewusst, dass die Eisenplastik am Gleis 3 vom Bahnhof Luzern von Bernhard Luginbühl stammt, hätte ich vielleicht meinen gestrigen Eintrag anders illustriert. Ich dachte, "Lucerne en recul" sei ein Werk von Jean Tinguely. Eines besseren belehrt hat mich der neue Kunstführer "Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Luzern".

"Lucerne en recul" bzw. "Luzfigur" von Bernhard, Basil & Jwan Luginbühl (1999)

"Lucerne en recul" ist ein umkehrbarer Satz, ein Palindrom des Schweizer Künstlers André Thomkins (1930 - 1985). Zusammen mit anderen Künstlern schuf er 1968 Palindrome, die — ausgeführt wie emaillierte Strassenschilder — die Aussenwand des Restaurants von Daniel Spoerri in Düsseldorf angebracht waren. Das Email-Palindrom "Lucerne en recul" prangt mitten auf Luginbühls Eisenplastik im Luzerner Bahnhof. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die Übersetzung "Luzern im Rückgang" heisst — mehr verlochen könnte man Luginbühls Plastik nämlich nicht mehr. Kein Wunder, wird das Werk aus Eisenbahnschrott am Gleis 3 kaum wahrgenommen.

Hand aufs Herz: Haben Sie gewusst, dass auch Luzern einen Luginbühl hat? Haben Sie die Eisenplastik am Gleis 3 schon einmal bewusst wahrgenommen? Letzthin habe ich versucht, im Kopf eine Liste mit Kunst im öffentlichen Raum in Luzern zu erstellen. Ich geb's zu: Obwohl ich mit offenen Augen durch die Welt gehe, war die Liste kurz. Ähnlich ernüchternd fiel der Test mit Luzernkennerin Frau Frogg aus. Machen Sie den Selbsttest: Wie viele öffentliche Kunstwerke können Sie aus dem Stand aufzählen? Auf einem Kunstspaziergang durch die Stadt haben wir den Test noch variiert und uns gefragt: Wo ist das nächste Werk auf unseren Strassen und Plätzen? Und auch dieser Test hat gezeigt: Kunst im öffentlichen Raum nehmen wir einfach als Bestandteil des Raums, aber nicht als Kunst wahr.

Im Fall von Luzern schafft der bereits erwähnte, brandneue Führer "Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Luzern" Abhilfe: "Wir machen das Unsichtbare sichtbar — Kunst im öffentlichen Aussenraum" heisst es im Vorwort. Der Verein "Kunst animiert Kunstinteresse" hat in akribischer Kleinarbeit über 500 Werke dokumentiert und im Stadtplan verortet. Der Führer ist in sieben Kapitel eingeteilt: Freistehende Kunstwerke, Brunnen, Fassadenkunstwerke, Fassadenmalerei, Installationen, Gedenksteine und Helgeli sowie schmiedeiserne Schilder. Kunst im öffentlichen Raum ist oft nicht angeschrieben — in diesem Führer kann man jetzt nachsehen, wie ein Werk heisst, wann es entstanden ist und wer es geschaffen hat. Sehr hilfreich!

Verein Kunst animiert Kunstinteresse (Hrsg.)(2010): Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Luzern. Eigenverlag, Luzern. Preis: 32 Franken plus Versandkosten. Informationen und Bestelladresse: https://www.kak-luzern.ch

Montag, 21. Februar 2011

Luginbühl zur Klotz-Debatte

Was würde der am Samstag verstorbene Bildhauer Bernhard Luginbühl zur Debatte über den Klotz auf der Allmend sagen? Ein Antwort fand ich in einem Dossier von Schweizer Radio DRS zum "Eisenmann" Bernhard Luginbühl.

In der Radio-Hommage zu seinem 80. Geburtstag sagt Luginbühl in einem Interview: "Ich war selber in einer Kunstkommission. Es ist einfach so: In der kleinen Demokratie, die wir haben, werden wirklich nur — ich möchte sagen: wirklich nur — die zahmen Vögel gefüttert. Man kann mittelmässige Sachen überall placieren, überall hinstellen. Und wenn Sie so durchs Land fahren, dann sehen Sie, was da für mittelmässige Sachen sind. Etwas — sagen wir mal — Aggressives, ganz Persönliches, ganz Gutes kann man in der Schweiz nicht mit diesen demokratischen Mitteln aufstellen."

Die Luginbühl-Installation "Signal" (2002) auf dem Mont Vully.
Quelle: Gnubold auf de.wikipedia

Im Dossier Bernhard Luginbühl: der Eisenmann ist tot finden sich zahlreiche interessante, sehens- und hörenswerte Beiträge: Radioberichte und -interviews, eine Diashow sowie ein 55 Minuten langer Dokfilm des Schweizer Fernsehens mit dem Titel "Fest für Ernesto". Eine Bilder-Fundgrube sind die Werkfotografien auf Wikimedia Commons und Flickr.

Sonntag, 20. Februar 2011

Anstössige Würfel

Der Klotz auf der Luzerner Allmend ist nicht das erste würfelförmige Kunstwerk in der Schweiz, das Anstoss erregt. Anscheinend ist diese geometrische Form anstössiger als andere. Warum?

Felix Kuhns Klotz auf der Allmend ist nur das letzte Beispiel anstössiger Würfelkunst. Zahlreiche andere kubische Kunstwerke füllten ebenfalls die Leserbriefspalten. Der Klotz ist auch nicht das erste Kunstwerk das einen politischen Vorstoss der SVP provoziert.

Nachtrag vom 25.2.2014: Obwohl Der Klotz von Felix Kuhn den Wettbewerb gewonnen hatte, ist er immer noch nicht realisiert — und wird es wohl nie werden...

2011 will das Kunsthaus Neuenburg am Hafen einen grossen schwarzen Würfel aufstellen, der aussieht wie die Kaaba in Mekka. Wie beim Klotz erhitzen sich die Gemüter schon im Voraus. Das in Samt gehüllte Werk "Cube" vom deutschen Künstler Gregor Schneider sei keine Rekonstruktion des islamischen Heiligtums, aber die "Assoziation zur Kaaba und zum 'schwarzen Quadrat' als Grundform der modernen Kunst ist gewollt". 2007 wurde diese Skulptur in Hamburg gezeigt, davor hatten die politischen Behörden von Venedig und Berlin ihre Aufstellung verhindert — aus Furcht, die religiösen Gefühle muslimischer Gemeinschaften zu verletzen. Quelle: www.tagesanzeiger.ch

Nach einer 25-jährigen Odyssee landet die Skulptur "Cube" des amerikanischen Minimal-Art- und Konzeptkünstlers Sol LeWitt (1928–2007) diesen Frühling im Zellweger-Park in Uster. 1984 - 86 war das Werk in Basler Merian-Park zu sehen, danach ging es als Geschenk an die Stadt Zürich, was ein sechsjähriges politisches Hin und Her um einen geeigneten Platz auslöste. Auch Gottfried Honegger und Max Bill mischten sich erfolglos in die Debatte ein. Zwei weitere Versuche der Walter A. Bechtler Stiftung, den "Cube" in St. Gallen oder in Zug verliefen ebenfalls im Sand. Interessant ist die Dokumentation der Zürcher Standortsuche.

2002 diskutierte Toute la Suisse den schwimmenden Würfel von Jean Nouvel. Der Monolith wurde rasch zu einer Ikone der expo.02. Die einen verfluchten den 22 Millionen teuren Rosthaufen im Murtensee, die anderen waren derart angetan, dass sie nach dem Ende der Expo versuchten, das Wahrzeichen der Arteplage Murten vor seiner Verschrottung zu retten. Vier Vorschläge für die Weiterverwendung gingen ein, davon einer von der Glasi Hergiswil. Alle Rettungsversuche scheiterten jedoch und schliesslich wurde der Monolith verschrottet (vgl. Monolith schrumpft Stück für Stück).

Am meisten Furore machte jedoch ein anderer Rostwürfel: "Shoah" von Schang Hutter. 1998 war die Skulptur als letzte Station des Skulpturenwegs Grauholz vor dem Bundeshaus in Bern platziert, bis die Freiheits-Partei sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit dem Vermerk "Refusé" wieder vor Schang Hutters Atelier ablud. Als "Shoah" danach auf dem Zürcher Paradeplatz aufgestellt wurde, löste das wiederum heftige Reaktionen aus. Die SVP forderte auf dem Internet "Gleichbehandlung im Bewilligungsverfahren - nämlich schnell und unbürokratisch" und versuchte so die Diskussion auf ein Nebengleis zu schieben. Danach war die Skulptur an verschiedenen Orten der Schweiz zu sehen, was aber nicht überall Kontroversen auslöste. Andererseits lehnten es die Städte Zug und St. Gallen ab, "Shoah" aufzustellen. Ausführlich dokumentiert ist diese Geschichte auf: Shoah — ein Skulptur und ihre Auswirkungen.

Nicht anstössig ist hingegen dieser Würfel, der einen Kreisel in Hinwil ziert — er ist ja auch nicht rostig...

Samstag, 19. Februar 2011

Kultur zum Einheimischentarif?

Nach dem Baselbieter Nein zu zusätzlichen Subventionen ans Theater Basel möchte ich eine ketzerische Frage stellen: Warum führt man an den grossen Kulturinstitutionen, die mehrheitlich von den Städten finanziert werden, keine Einheimischentarife ein?

Die Baselbieter Stimmberechtigten haben letzten Sonntag eine Vorlage, die dem Basler Theater eine Zusatzsubvention von total 17 Millionen Franken in den nächsen vier Jahren gebracht hätte, mit 51.4% Nein knapp abgelehnt. Die Karte zeigt: Zustimmung in der unmittelbaren Nachbarschaft von Basel und je weiter weg, desto grösser die Ablehnung.

Quelle: bazonline. Der Bezirk Arlesheim, wo 54.9% der Stimmenden wohnen, sagte zu 57.2% Ja, wurde aber vom Rest des Kantons, der zu 61.9% Nein sagte, überstimmt.

Da in diesem Fall die Stadt ausserhalb des Kantons liegt, wäre es falsch, von einem Stadt-Land-Graben zu sprechen, hier handelt es sich vielmehr um einen Agglomeration-Land-Graben. Hätte die dazu gehörende Stadt mitstimmen können, wäre die Abstimmung klar anders ausgegangen. Deshalb der ketzerische Vorschlag eines Zürchers, der in Luzern lebt: die beiden Halbkantone fusionieren, und die durch die künstliche Trennung verursachten Probleme sind mit einem Schlag beseitigt.

Und noch ein ketzerischer Vorschlag: Grosse Kulturinstitutionen mit überregionaler Ausstrahlung könnten doch — wie am Skilift — Einheimischentarife einführen, so dass diejenigen, die von diesen Institutionen profitieren, aber sie nicht mitfinanzieren, mittels höherer Eintrittspreise zur Kasse gebeten werden. Nachdem der Kanton Zug sich weigerte, sich an den Kosten der grossen Kulturinstitutionen in Zürich und Luzern zu beteiligen, wurde 2006 im Zürcher Kantonsrat ein entsprechendes Postulat der Grünen diskutiert, aber mit 125 zu 20 Stimmen bachab geschickt.

Seit der interkantonale Kulturlastenausgleich doch noch zu Stande gekommen ist und sich Zug an den Kosten der sechs grossen Häuser in Zürich und Luzern mit 2.1 Millionen Franken beteiligt, ist der Einheimischentarif sowieso vom Tisch. Jetzt wundern sich die ehemaligen Trittbrettfahrer nur noch darüber, wie viel Geld diese Kulturtempel doch verschlingen, siehe aktueller Artikel in der Aargauer Zeitung: Aargauer lieben fremde Kultur: Regierung zahlt Zusatzmillion.

Freitag, 18. Februar 2011

Gehäkelte hyperbolische Wunderwelt

3000 Frauen und 3 Männer häkeln ein faszinierendes Korallenriff — und verbinden in einem Projekt, das sich mittlerweile über drei Kontinente erstreckt, die Bereiche Mathematik und Meeresbiologie mit femininem Handwerk und ökologischem Aktivismus.

Diesen Eintrag verdanke ich Frau Täuschblume, die mich in einem Kommentar zu Kann Stricken Kunst sein? auf einen Artikel in der ZEIT mit dem Titel Gehäckelte Mathematik hinwies. Der Artikel handelt von einem Projekt, das vor bald zehn Jahren am Esszimmertisch der Schwestern Margaret und Christine Wertheim in L.A. begann und dank weltweiter Unterstützung zu einem kollektiven Kunstwerk und einer wollenen Wunderwelt anwuchs, die in Formen und Farben mit einem realen Korallenriff durchaus vergleichbar ist: dem Hyperbolic Crochet Coral Reef.

Die gehäckelte Unterwasserwelt von Margaret und Christine Wertheim

Doch das "Hyperbolische gehäckelte Korallenriff" ist nicht nur ein kollektives Kunstwerk, sondern auch ökologisches Mahnmal, das weltweit vernetzt aufs Riffsterben aufmerksam macht, und das prominenteste Projekt des 2003 von den Wertheim-Schwestern gegründeten Institute for Figuring. Das IFF hat es sich zur Aufgabe gemacht, die ästhetischen Qualitäten der Wissenschaft zu offenbaren. Als die Physikerin Margeret Wertheim erfuhr, dass die Mathematikerin Daina Taimina 1997 ausgerechnet das Häkeln als ideales Medium für die Umsetzung der hyperbolischen Geometrie erkannt hatte, machte es bei ihr Klick — doch was es damit auf sich hat, erklärt sie am besten selbst:


Margaret Wertheim an der Jahreskonferenz 2009 von "Technology, Entertainment, Design" über "The beautyful math of coral" (englisch, mit Untertiteln in 14 Sprachen, leider nicht in deutsch). Die jährlichen TED-Konferenzen in Long Beach / Palm Springs und Edinburgh haben es sich zur Aufgabe gemacht, Ideen, die es Wert sind, verbreitet zu werden, zu präsentieren und zu verbreiten.

Nachtrag vom 24.10.2013:
Diese TED-Rede wurde inzwischen über 500'000 mal angesehen. Und: Hier gibt es jetzt auch deutsche Untertitel und eine Transkription des Texts.
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