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Dienstag, 22. März 2011

Suche die 7 Unterschiede!

Ereignisse, die die Welt so verändern, dass sie danach nicht mehr die Gleiche ist, sind rar und kommen all Schaltjahr einmal vor: Mondlandung, Mauerfall, 9-11...

Noch seltener passieren solch einschneidende Veränderungen gleichzeitig: Im Zeitraum zwischen diesen Panoramaaufnahmen hat sich die arabische Welt so radikal verändert, wie es niemand hätte erahnen können. Und ein katastrophales Erdbeben in Japan genügt, um das weltweite Revival der Atomenergie zu beenden.

Doch meist verändert sich die Welt so langsam, dass Unterschiede nur im Vergleich über grössere Zeiträume zu Tage treten. Aber selbst in der beschaulichen Schweiz verändert unser Dachpanorama merklich — und das nicht nur wegen den Tages- und Jahreszeiten...

Dachpanorama vom 22. März 2011 — zum Vergrössern aufs Bild klicken!

Dachpanorama vom 3. Januar 2011 — zum Vergrössern aufs Bild klicken!

Montag, 21. März 2011

Unbekanntes Wabbelgeräusch

Seit Tagen ist bei uns tagsüber ein Wabbelgeräusch zu hören, das ich nicht einordnen konnte und das mich mit der Zeit ziemlich irritierte — jetzt weiss ich endlich, was es ist.

Für diejenigen, die miträtseln wollen — das unbekannte Geräusch tönt ungefähr so:
Typähnliches Geräusch anhören
Quelle: www.freesound.org

Als Geräuschquelle vermutete ich zuerst folgendes:


Doch auf der nahe gelegenen Baustelle sind die Arbeiten fast fertig und bei jeder Waschmaschine ist das Schwingen irgendwann zu Ende...

Des Sound-Rätsels Lösung brachte schliesslich ein sehenswerter Beitrag von SF Schweiz aktuell mit spektakulären Bildern.

Mittwoch, 16. März 2011

Katzenlift



Noch nichts vom Frühling spürt die Katze unserer Nachbarin im zweiten Stock: Nach der Fahrt ins EG will sie partout nicht aussteigen und spazieren gehen, sondern wartet geduldig darauf, dass der Katzenlift sie wieder ins 2. OG hochbefördert — vielleicht ist auch der Katzenlift zu kuschelig um auszusteigen...

Dienstag, 15. März 2011

Frühlingserwachen



Blühende Frühlingsblumen und spriessender Bärlauch zeigen, dass die Natur allmählich aus dem Winterschlaf erwacht — ich jedenfalls freue mich schon auf den selbst gemachten Bärlauchpesto von Frau Frogg!

Dienstag, 8. März 2011

Was ist eine Bränte?

Am Freitag zeigt Charlotte Wittmer im Kreuz Solothurn "Bränte" — eine musikalisch-theatralische Geschichtencollage rund um Milch, Milchkannen und Molkerei. Doch was um Himmels Gotts Willen ist eine Bränte?

Also: Gemäss kleinem Sprachatlas der deutschen Schweiz ist eine Bränte ein Rückentraggefäss für den Milchtransport. "Vor allem auf der Alp, bei einer Produktion von mehr als 10 - 15 l, aber auch im nichtalpinen Gebiet, wurde die Milch in der Regel in nierenförmigen Rückentraggefässen mit Deckel transportiert. Dabei verwendete man anfänglich hölzerne, später metallene Modelle." Doch dieses Milchtransportgefäss heisst nicht überall gleich: In der östlichen Hälfte der Deutschschweiz ist es eine Tause, in der westlichen eine Bränte. Der "Bränte-Tause-Graben" verläuft mehr oder weniger östlich der Reuss von Norden nach Süden, gut zu sehen auf dieser Karte:

Quelle: Orell Füessli Verlag, Kleiner Sprachatlas

Ab etwa 1910 wurde die Bränte/Tause zunehmend rascher durch die Milchkanne ersetzt, die auf einem Karren, Handwagen oder im Winter auf einem Schlitten transportiert wurde. "Die Verdrängung des Rückentraggefässes wurde dadurch beschleunigt, dass die Transportart auch eine deutliche soziale Markierung erhielt: Wer die Milch trug, war ein Kleinbauer, wer sie fuhr, ein Grossbauer." Interessant sind auch die weissen Flecken auf der Karte: Sie zeigen, dass zur Zeit der Erhebung in 1940/50er Jahren in den Städten bereits kein entsprechendes Wort mehr bekannt war.

Und wie sieht eine Bränte aus?

Mit dieser Bränte, fotografiert von
babu, wird auf der Silberhornhütte im Jungfraugebiet keine Milch, sondern Schnee zum Schmelzen transportiert.

Das Bild aus dem Promomaterial von Charlotte Wittmer für die Aufführung von "Bränte" zeigt keine Bränte, sondern Milchkannen.

Charlotte Wittmer ist die eine Hälfte des Frauenduos Kapelle Sorelle. Sie ist als jüngstes von sieben Kindern in der Dorfmolkerei von Niedererlinsbach im Kanton Solothurn aufgewachsen. Ihre Erlebnisse im bäuerlichen Umfeld und die Erinnerungen an den Molkereibetrieb bilden den Ausgangspunkt für diesen gelungenen, musiktheatralen Soloabend rund um die Bränte.

Freitag, 11. März 2011, 20.30 Uhr
Kreuz Solothurn www.kreuzkultur.ch
Kritik der Premiere im ThiK Baden

Sonntag, 6. März 2011

Ist Stufenzählen Kunst?

Die Stufen einer Treppe zählen ist keine Kunst. Das kann und macht jedes Kind, das zählen kann. Auch die Anzahl Stufen anschreiben kann jeder und jede, wenn er oder sie denn auf diese Idee kommt und sich getraut. Doch ist es Kunst, wenn jemand in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Stufen von x öffentlichen Treppen in Luzern zählt und ihre Anzahl auf der jeweils ersten Stufe ankündigt?


32 FLATSTEPS: Luzerns vielleicht letzte noch nicht entfernte Treppenbeschriftung...

Die Behörden der Stadt Luzern waren klar der Meinung, diese Aktion ist keine Kunst, sondern Sachbeschädigung — und liessen die Treppenbeschriftungen umgehend entfernen, noch bevor die Aktion gross Furore machen konnte. Denn wo kämen wir hin, wenn jeder jede Ecke im öffentlichen Raum beschriften würde? Auch eine Notiz in der Zeitung konnte über den Sinn und die Urheber der Aktion nur mutmassen...

Mir jedoch gefällt diese Aktion. Ob sie Kunst ist oder gar Aktionskunst, weiss ich nicht. Aber sie regt zum Denken an. Mich zum Beispiel hat sie an meine Kindheit erinnert, als ich bei jeder Treppe die Stufen zählen musste. Und sie ist informativ: Da weiss man, was man vor sich hat. Schliesslich ist in jedem touristisch erschlossenen, mittelalterlichen Turm die Anzahl Stufen angeschrieben — als Warnung für die Kurzatmigen. Kurz: Ich kann nicht verstehen, was die Stadt Luzern gegen diese augenzwinkernde Informationsdienstleistung einzuwenden hat.

Samstag, 5. März 2011

Gross-Luzern?

Würde Luzern mit den Agglogemeinden Adligenswil, Ebikon, Emmen und Kriens fusionieren, wäre die Stadt mit 145'000 EinwohnerInnen mit einem Schlag die viertgrösste Stadt der Schweiz — hinter Zürich, Genf und Basel, aber noch vor Bern, Lausanne und Winterthur. Mit dieser grossstädtischen Perspektive setzt sich das druckfrische Sonderheft von Hochparterre mit dem Titel "Luzern wird gross — mehr als KKL, Verkehrshaus und Kapellbrücke" auseinander: Diese Auslegeordnung zur Stadtentwicklung von Luzern ist ein Muss für alle, die sich mit der Zukunft von Luzern auseinandersetzen wollen.


Seit dem 1.1.2010 gehört Littau zu Luzern. Quelle des Luftbilds mit Gemeindegrenzen: www.map.geo.admin.ch

Das von der Architekturzeitschrift Hochparterre und von Wüest & Partner in Zusammenarbeit mit der Baudirektion der Stadt Luzern herausgegebene Sonderheft beschäftigt sich nicht mit dem Luzerner Postkartenidyll, sondern mit den Fusionsplänen und ihren Folgen, den grössten Verkehrsprojekten in der Region sowie den Brennpunkten der Stadtentwicklung: dem Gebiet um den Bahnhof, der Allmend und dem Entwicklungsschwerpunkt Luzern-Nord mit dem neuen Stadtteil Littau.
  • Wie gross wird Gross-Luzern? Diese Frage behandelt ein erster Text, der die Fusion Luzern - Littau analysiert und sich mit dem Projekt "Starke Stadtregion Luzern" auseinandersetzt. Dieses 2008 gestartete Projekt soll ergebnisoffen die Modelle "Fusion" und "Kooperation" prüfen — am 28.3.2011 wird der Schlussbericht präsentiert. Wie es auch immer rauskommt: Der Wille zur Zusammenarbeit sei da, meint Stapi Urs W. Studer, und man sei in jedem Fall weiter als 2009.
  • Die Agglomeration Luzern müsse bis 2030 mit einer Frequenzzunahme von 20% beim Strassenverkehr und von 40% beim öV rechnen, steht im Artikel zu den vier grossen Verkehrsprojekten, die zur Zeit aktuell sind: Tieflegung der Zentralbahn (im Bau), Tiefbahnhof für die SBB-Linie Zürich - Zug - Luzern (Vorprojekt bis 2012), Umgestaltung des Seetalplatzes (2012: Volksabstimmung über den Kredit von 115 Mio.) und der Bypass für die A2 zwischen Emmenbrücke und Kriens (Vorabklärungen sind im Gang). Ob der Bypass tatsächlich mithilft, das Verkehrswachstum auf den öffentlichen Verkehr zu konzentrieren und so die Wohnqualität in den Quartieren und im Stadtzentrum zu erhalten, darf bezweifelt werden, bringt doch jede neue Strasse zusätzlichen Verkehr...
  • Der dritte Text befasst sich mit den Folgen des Bahnhofbrands für die Entwicklung des Stadtzentrums, den wohl stärksten Veränderungen der letzten 40 Jahre: Neubau des Bahnhofs, Hochschule für Wirtschaft, KKL, Lakefront Center mit dem Hotel Radisson, Umnutzung der Post zur Uni, Geschäftsüberbauung Citybay und Tribschenstadt sind die Stichworte.
  • Sehr interessant ist der Artikel zur Kultur- und Bildungsstadt Luzern: Nachdem das Phantomprojekt der Salle Modulable vom Tisch ist, stellt sich die Frage, ob die damit verbundenen Ideen auch gleich verpuffen. "Nein", sagt Kulturchefin Rosie Bitterli, "Was wir inhaltlich definiert haben, bleibt. An dieser Perspektive und den gemeinsam entwickelten Visionen wollen wir weiterarbeiten." Und für Philippe Bischof, bis vor kurzem Leiter des Kulturzentrums Südpols, ist klar: "Ob die Salle Modulable gebaut wird oder nicht — die städtische Kulturpolitik kann nicht mehr hinter diese Position zurückgehen." Das Problem, dass im Zentrum immer mehr Kulturnischen verloren gehen und die freie Szene an den Rand gedrängt wird, hat auch Rosie Bitterli erkannt. Sie möchte brachliegende Areale für kulturelle Zwischennutzungen öffnen. Nur: Wo gibt es in Luzern noch solche Areale?
  • Weitere Artikel beschäftigen sich mit der Wohnstadt Luzern (zahlreiche Projekte werden kurz portraitiert), mit den Folgen der Fusion Luzern - Littau für den Immobilienmarkt, mit Entwicklungen auf der Allmend, mit Luzerns Wirtschaft (Nur gerade 15% der Wertschöpfung stammen aus dem Tourismus, doch woher kommen die restlichen 85%?) sowie mit Littau, das sich von der Kiesgrube zu einem neuen Stadtteil von Luzern entwickelt hat. Mit einem Gespräch mit Baudirektor Bieder und Alt-Stadtarchitekt Deville über die Revision der Zonenordnung und den Tiefbahnhof endet das Sonderheft.
Alles in allem ist "Luzern wird gross" eine gute und reich bebilderte Auslegeordnung aller zur Zeit aktuellen Themen im Bereich Stadtentwicklung, wenn auch einzelne Aspekte manchmal etwas schönfärberisch abgehandelt werden.

Sonntag, 27. Februar 2011

Luzerner Streetart von Leas

Wahrscheinlich haben sie alle schon einmal gesehen: die Streetart-Figuren von Leas, die seit 2007 in Luzern anzutreffen sind. Der junge Strassenkünstler will Farbe in den Alltag bringen und wählte den Weg in den öffentlichen Raum, um ein möglichst grosses Publikum anzusprechen.



Gesehen habe ich sie auch schon, die bunten Figuren von Leas, aber ins Bewusstsein vorgedrungen sind sie erst durch einen Hinweis in der März-April-Nummer von Transhelvetica — Schweizer Magazin für Reisekultur, die mir kürzlich im Kreuz als Gute-Nacht-Literatur diente. Der 1994 geborene Leas sagte zu Transhelvetica: "Natürlich ist bei der ganzen Sache auch viel Spass dabei. Mich reizt das Entwerfen neuer Figuren. Und das wohlige Gefühl, wenn man sein Werk sieht, welches seit langer Zeit an einem Ort ist und die Leute scheinbar nicht stört, ihnen vielleicht sogar gefällt."

Leas' Streetart ist nicht nur lustig, sondern manchmal auch politisch:

Der Kommentar zur Kulturstadt Luzern im Fotostream von LEAS94

Brandaktuell ist diese Streetart hier:

"GaddAF(F)i" im Fotostream von LEAS94

Versprochen: In Zukunft werde ich mich in den Strassen von Luzern bewusster auf die Streetart von Leas achten.

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