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Sonntag, 24. Juli 2011

Kaş ist nett

Von Üçağız nach Kaş, unserem nächsten Etappenort, war es — wie immer in der Türkei — weiter als erwartet. Und die Reise mit dem rasenden Bäcker war abenteuerlich und führte durch eine andere Türkei, aber das Küstenstädtchen Kaş ist nett und hat alles für ein paar schöne Ferientage.



In Üçağız gibt es keinen öV. Deshalb organisierte uns der schöne Neffe des Wirts eine Mitfahrgelegenheit: Der Brotlieferant nahm uns in seinem klapprigen Lastwägelchen ein grosses Stück mit — sein halsbrecherischer Fahrstil liess uns aber Blut schwitzen. Dann setzte er uns an einer Kreuzung in the middle of nowhere ab und bedeutete uns, wir sollten auf das nächste Dolmuş (Sammeltaxi) nach Kaş warten. An solchen Ecken ist immer jemand, der an zwei, drei schattigen Tischen Tee verkauft und einem so das Warten versüsst. Wir hatten uns auf eine längere Wartezeit eingestellt, doch kaum hatte der Teebub den Tee gebracht, kam aus dem Nichts unser Dolmuş, das wir mit vereinten Kräften gerade noch aufhalten konnten. Für einmal war der Minibus nicht fast voll, sondern leer. Aber auf der gut 10 Kilometer langen Fahrt nach Kaş blieben wir nicht lange die einzigen Fahrgäste. Am Strassenrand warteten immer wieder Leute, die auch mitfahren wollten, so dass das Dolmuş bis zum Otogar von Kaş gut gefüllt war.

Am Busbahnhof kamen wir mit einem Türken ins Gespräch, der uns zur guten und günstigen Pension seines Onkels lotste. Das Zimmer war schön und die Aussicht vom Balkon überwältigend:

Der Blick aufs Häusergewirr von Kaş — zum Vergrössern aufs Bild klicken!

Doch Frau Frogg hatte kein Auge fürs Panorama, sie hatte Hunger. Deshalb machten wir uns rasch wieder auf die Socken und stachen ins erstbeste Restaurant, das uns in die Quere kam: Es war ein Kebabrestaurant in einem Hinterhof, in dem viele Einheimische essen. Die Speisekarte war nur in türkisch und der Kellner sagte verschmitzt, er hoffe, dass wir genügend türkisch könnten. Ich bestellte Ali Nazik, das einzige Gericht, unter dem ich mir gar nichts vorstellen konnte und war gespannt, was da kommen würde.

AliNazik
Ali Nazik — Bild und Kochrezept: www.daskochrezept.de

Mein Ali Nazik war allerdings nicht mit Kalbsfilet zubereitet, wie in obigem Rezept, es waren Lammfleischstückchen auf einem Yoghurtbeet, dazu Reis und türkisches Fladenbrot. Das Wagnis hatte sich gelohnt: Es schmeckte mir ausgezeichnet.

Gute Restaurants gabs im Städtchen noch einige — wir konnten gar nicht alle ausprobieren. Und auch sonst hatte Kaş einiges zu bieten:


Eine lykische Grabstätte, ein antikes Theater mit Aussicht...


...eine schöne Hafenpromenade und malerische Gassen.

Kaş ist wirklich nett!

Samstag, 23. Juli 2011

Verhexte Tastatur

Auch in den Ferien kann ich es nicht gänzlich lassen: Hin und wieder muss ich ins Internetcafé, um meine Emails und die News zu checken, denn ich als Newsjunkie möchte wegen ferienbedingter Medienabstinenz doch nicht eine wichtige Nachricht oder ein weltbewegendes Ereignis verpassen.

Doch im ausländischen Internetcafé beginnen die Schwierigkeiten schon beim Surfen: Statt einem Z erscheint ein Y auf dem Bildschirm und umgekehrt, weil die Buchstaben auf der Tastatur vertauscht sind. In der Türkei fehlt plötylich das Tüpfchen auf dem ı, was natürlıch beım Beantworten von Emaıls noch fataler ıst als beım Surfen. Es ıst wıe verhext!

Freitag, 22. Juli 2011

Ferienzeit ist Lesezeit

Während der Kultursaison habe ich zu wenig Musse, um Bücher zu lesen. Um so mehr lese ich in den Ferien. In die Türkei habe ich fünf Bücher mitgeschleppt — eigentlich genug Lesestoff für drei Wochen. Aber wegen der hohen Temperaturen sind wir weniger gewandert als geplant, deshalb drohte mir der Lesestoff auszugehen.

Bild: fotofrogg


Bis Üçağız hatte ich schon gelesen:

"Scheidung auf türkisch" von Esmahan Aykol
Ein leichter Krimi, der in Istanbul und Umgebung spielt und so zu unserem Reiseland passt. Die Krimibuchhändlerin Kati Hirschel ermittelt in Konkurrenz zur Kriminalpolizei in einem ungewöhnlichen Todesfall — Sani hat in die Industriellenfamilie Ankaralıgil eingeheiratet, doch ihre Ehe steht unter einem schlechten Stern und nach nur wenigen Jahren wird die junge und schöne Umweltschützerin tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Ungewohnt für einen Krimi ist der Umstand, dass fast bis zum Schluss unklar bleibt, ob es sich um Mord handelt. Während immer wieder neue Verdächtige ins Blickfeld von Kati Hirschel geraten und sich der Reihe nach als unschuldig erweisen, plätschert die Handlung leicht und locker dahin, ist aber sicher kein Thriller.


"Geschichte der Schweiz" von Thomas Maissen
Liest sich zwar manchmal wie ein Krimi, ist aber eine kompakte Darstellung der Geschichte der Schweiz. Ohne sich mit den Details aufzuhalten, schildert der Autor die Entstehung der Eidgenossenschaft, analysiert ihre ausserordentliche Kontinuität und warum sie trotz zahlreichen Bruchlinien nicht schon längst wieder auseinander gebrochen ist. Überzeugend dargestellt erscheinen viele historische Facts in einem neuen Licht — beim Lesen hatte ich einige Aha-Erlebnisse. Anders als unser Geschichtsunterricht im Gymnasium endet die Geschichte der Schweiz nicht mit dem 2. Weltkrieg, sondern in der Gegenwart. Maissen versucht, die Schweiz der Gegenwart mit der Geschichte der Schweiz zu erklären, und ich finde, das gelingt ihm ausgezeichnet und dazu in flüssigem Stil: Dieses Geschichtsbuch ist nicht nur für historisch Interessierte, sondern für alle, die das heutige politische System der Schweiz und seine Entwicklung verstehen wollen.


"Lies und werde reich — Geschichten vom Geld" von Al Imfeld
Ein Band mit lauter Kurzgeschichten und Kolumnen rund ums Thema Geld geschrieben von Al Imfeld, der im Luzerner Hinterland aufgewachsen ist, Theologie, Philosophie, Soziologie, Journalismus und Tropen-Landwirtschaft studiert und als Priester, Journalist und Entwicklungsexperte gearbeitet hat. Heute ist er v.a. Geschichtenerzähler und hat deshalb auch den Übernamen "Griot vom Napf" bekommen. Seine Geld-Geschichten stammen aus ganz verschiedenen Kontexten, sind deshalb — obwohl es immer ums Geld geht — ganz unterschiedlich: mal lustig, mal traurig, aber immer süffig geschrieben. Zusammen ergeben die 26 Geschichten eine "kleine Ethnografie des Geldes", die ich in einem Nachmittag weggelesen habe.


Da mein LeseMalstoff rapide zur Neige ging, lieh ich mir auf Anraten von Frau Frogg aus der Tauschbücherei unserer Pension das einzige brauchbare Buch in deutsch:

"Der Malteser Falk" von Dashiell Hammett
Dieser 1930 erschienene Kriminalroman (Inhalt und Kritik) ist wirklich "hard boiled" und trotz seinem Alter auch in der deutschen Übersetzung immer noch spannend. Der stilbildende Roman mit dem unvergleichlichen Privatdetektiv Sam Spade wurde gleich dreimal verfilmt — "Die Spur des Falkens" (1941) mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle wurde gemäss Wikipedia zu einem Klassiker des "film noir". Auch ohne Bogart vor Augen konnte ich das Buch kaum weglegen.


Da wir uns entschieden, eine Woche früher nach Hause zu fliegen (vgl. Verfrühtes Ferienende), musste ich mit dem Buch, das ich für die zweite Ferienhälfte aufgespart hatte, plötzlich pressieren:

"Verblendung" von Stieg Larsson
Erst nach dem Tod des Autors erschien 2005 "Verblendung" als erster Band der so genannten "Millenium-Trilogie". Während eines Familientreffens verschwindet Harriet Vanger. Ihr Schicksal bleibt jahrzehntelang ungeklärt, bis der Journalist Mikael Blomquist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zu Tage fördern, ist grauenhafter als das schlimmste Grauen. Dieses düstere, aber unglaublich spannende Buch ist ein "Pageturner" und schlicht "unputdownable". Die Frankfurter Neue Presse schrieb: "So spannend, dass Sie nicht mehr von aus dem Liegestuhl hochkommen." Wie wahr!

Im Zug vom Flughafen nach Luzern las ich die letzte von 688 Seiten. Und im Gepäck hatte ich noch ein ungelesenes Buch, das für die dritte Ferienwoche wohl kaum gereicht hätte.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Die versunkene Stadt

In diesem Eintrag geht es um eine Schatzkarte, eine Bucht mit dem Namen "Aquarium Bay", eine versunkene Stadt, ein Glasbodenboot, einen Steinsarkophag im Wasser, eine Burg mit traumhafter Aussicht, eine biblische Landschaft und sphärische Klänge.


Unsere schon etwas fleckig gewordene "Schatzkarte" zeigt, warum Üçağız auf deutsch "3 Münder" heisst: Die Bucht von Üçağız hat drei Mündungen ins offene Meer. Rot eingezeichnet ist unsere Fahrt / Wanderung zu den Schätzen dieser reizvollen Gegend: 1 Aquarium Bay, 2 Tersane Bay, 3 Versunkene Stadt von Kekova, 4 Sarkophag von Simena, 5 Festung von Simena, 6 Haus der Sphärenklänge


Vom Boot, das wir für diese Schatzsuche gemietet haben, blickt Frau Frogg zurück nach Üçağız.


1 Erster Badehalt in der Aquarium Bay, wo das Wasser manchmal noch klarer ist. Bei unserem Besuch war es vor allem erfrischend.


2 Zweiter Badehalt in der Tersane Bay: Nach einem Bad in der wunderschönen Bucht geniesst der Kulturflaneur die Sonne...


...Frau Frogg kauft ein — von Boot zu Boot. Hinter Frau Frogg am Strand: die Ruinen von Tersane (Insel Kekova)


3 Während wir langsam diesen Ruinen am Ufer der Insel Kekova entlang fuhren, glitt unter uns eine versunkene Stadt vorbei: Durch den Glasboden des Boots waren Mauern, Amphoren und andere Überreste einer menschlichen Siedlung deutlich zu erkennen — unter Wasser sind Ruinen noch geheimnisvoller...


4 Unser türkischer Kapitän brachte uns nach Simena, wo dieser lykische Sarkophag neckisch im Wasser steht. Wir stiegen aus und gingen zu Fuss nach Üçağız zurück, was sich nicht nur wegen dieser wunderschönen und doch etwas eigenartigen Blüte lohnte:


Fragt mich einfach nicht, was es für eine Pflanze ist.


5 Auf der Festung von Simena eröffnet sich ein grossartiger Rundblick auf eine paradiesische Welt mit Inseln und Buchten:

Das Panorama zeigt von links nach rechts: die Insel Kekova, die Bucht von Simena, zwei Ausfahrten ins offene Meer, die Bucht von Üçağız, dahinter der lykische Weg und eine Ebene mit Gemüsebau — zum Vergrössern aufs Bild klicken!


6 Hinter der Festung mit dem tollen Ausblick führt der Weg durch eine biblische Gegend mit Olivenbäumen und zahlreichen Steinsärgen. Verstärkt wurde unser Eindruck einer archaischen Landschaft, durch sphärische Klänge, die der Wind von der Ebene herauftrug — die geheimnisvolle Quelle der Sphärenmusik war nicht auszumachen.

Dienstag, 19. Juli 2011

Krieg der Köche

In Üçağız, unserem nächsten Übernachtungsort, herrscht Krieg — Krieg der Köche. An der Hafenpromenade treibt der gnadenlose Wettbewerb zwischen den Restaurants seltsame Blüten: Hassan wirbt selbstsicher mit dem Slogan "Bester Koch vom Mittelmeer", während sein Nachbar Ibrahim ihn mit "Beste Küche weit und breit" noch zu übertreffen sucht.


Üçağız ist Ausgangspunkt für kürzere und längere Bootsausflüge, aber auch ein beliebtes Etappenziel für Segeltörns — nirgends habe ich mehr türkische Flaggen im Wind flattern gesehen wie bei diesen Bootsstegen.


Ob Hassan tätsächlich der beste Koch vom Mittelmeer ist, können wir nicht beurteilen, aber seine Mezeler (= Vorspeisen) sind ausgezeichnet. Noch überzeugender fanden wir jedoch das Vorspeisenbuffet unserer Pension Onur:


Mezeler à discrétion — eine Augenweide


Ich konnte mich gerade noch zurückhalten, mich ein zweites Mal zu bedienen, wollte ich doch noch ein bisschen Platz lassen für den Hauptgang.

Die Mezeler sind ein Hauptbestandteil der türkischen Küche. Fast immer sind sie so lecker, dass man den Hauptgang getrost weglassen kann, was auch viele TürkInnen machen — dazu trinken sie dann viel Rakı (Anisschnaps, der wie Raki, Ouzo und Pastis mit Wasser verdünnt wird). In der klassischen türkischen Küche sind 20 bis 30 Vorspeisen nicht selten. Sultan Mahmud I. (1696 - 1754) soll es sogar auf 72 Mezeler gebracht haben. Die gefüllten Auberginen, die İmam bayıldı (türkisch für "Der Imam fiel in Ohnmacht") heissen, sind die Vorspeise mit der schönsten Legende: Als ein Imam (Vorbeter) dieses Gericht zum ersten Mal probierte, habe er es so köstlichen gefunden, dass er vor Entzücken in Ohnmacht gefallen sei.

Wir sind nicht in Ohnmacht gefallen und im Krieg der Köche auch nicht zwischen die Fronten geraten — abgesehen vom verbalen Kampf um Gäste könnte Üçağız nicht friedlicher sein:

Sonntag, 17. Juli 2011

In der Stadt von Noel Baba

Demre oder Myra, wie die Stadt früher hiess, ist eine russisch-orthodoxe Kolonie, weil so viele osteuropäische TouristInnen an die Wirkungsstätte von Bischof Nikolaus von Myra pilgern, dass man meinen könnte, man sei nicht mehr in der Türkei.

Türkische Werbung konnten wir wenigstens lesen, wenn auch nicht verstehen — aber keine Ahnung, was auf diesem russischen Touristenbus steht.

In den Souvenirshops von Demre gibt es keine türkischen Souvenirs, sondern vor allem Ikonen zu kaufen. (Bild von Frau Frogg)

Und das alles wegen "Noel Baba", wie der Weihnachtsmann in der Türkei heisst. Massen von osteuropäischen TouristInnen wallfahren nach Demre, der Wirkungsstätte des heiligen Nikolaus, der hier ab 300 als Bischof wirkte. In Demre/Myra wurde mir mit einem Mal bewusst, dass diese Region einmal zum Kerngebiet des Urchristentums gehörte.


2 x Noel Baba: auf dem Hauptplatz (gemäss www.kemer-tr.info bereits die dritte Statue an dieser Stelle) und beim Eingang der Basilika (Die Zehen dieser Figur sind schon ganz abgegriffen von PilgerInnen, die daran reiben und sich davon Weiss-ich-was versprechen.)

Die Ruine der im 8. Jahrhundert erbauten Basilika, die dem Samichlaus geweiht ist, wurde gemäss Wikipedia 1863 vom russischen Zaren Alexander II. erworben und teilweise wiederhergestellt. Dies geschah allerdings mehr schlecht als recht, wie die Informationstafeln vor der Basilika auf deutsch feststellen, der entsprechende Passus auf englisch ist viel weniger kritisch und die russische Version wahrscheinlich die reinste Lobhudelei.


Trotz Pfusch bei der Wiederinstandstellung ist die Basilika sehenswert und für die OsteuropäerInnen so oder so ein Wallfahrtsort.

Die einen drücken ihre Stirn an die Mauern und murmeln inbrünstig ihre Gebete, andere wiederum singen und beten laut am leeren Steinsarkophag des St. Nikolaus, dessen Gebeine 1087 von italienischen Kaufleuten nach Bari abtransportiert wurden, das seither ebenfalls eine Pilgerstätte des San Nicolao-Kults ist.



Der Taxifahrer, der uns zur anderen Sehenswürdigkeit der Region, den Felsengräbern von Myra, fuhr, wies im Vorbeifahren ganz stolz auf ein weiteres Denkmal und sagte: "Mustafa Kemal Atatürk!" — wahrscheinlich ist es das einzige Denkmal in Demre, das nicht Noel Baba gewidmet ist.

Samstag, 16. Juli 2011

Indiana Jones in Olympos

Ein Eintrag über eine verwunschene Ruinenstadt, über den Umgang der Türkei mit dem antiken Erbe und über eine katastrophale Flut sowie eine Premiere: ein Vertirama.

Gegründet wurde Olympos etwa 200 vor Christus. Ihren Namen hatte die Stadt wohl vom nahen Tahtalı, dem damaligen Götterolymp. Sie war Mitglied im lykischen Bund und wurde später von Piraten überfallen und drangsaliert. 77 v.Chr. kamen die Römer und räumten auf mit dem Piratenpack. Olympos florierte im Frieden des römischen Reiches, danach ging es bergab. Aber eigentlich weiss man sehr wenig über die Geschichte dieser Stadt.



Olympos liegt am südlichen Ende der rund drei Kilometer langen Bucht von Çıralı. Hier mündet ein idyllisches Flüsschen ins Meer — früher ein idealer Ort für eine Hafenstadt. Das Flüsschen war kanalisiert, so dass die Schiffe in die Stadt hinein fahren und an den beidseitigen Quais anlegen konnten.



Dass die Ruinen vom Wald überwachsen und noch kaum ausgegraben sind, macht den Reiz von Olympos aus. Zwischen den verwunschenen Ruinen der Stadt fühlte ich mich ein bisschen wie Indiana Jones: nur auf den Stein drücken, der aus der Mauer hervorsteht — und wer weiss, was da alles passieren kann...

Und hier also die angekündigte Premiere auf diesem Blog: ein vertikales Panoroma — ein Vertirama sozusagen:

Die Quaianlagen von Olympos — zum Vergrössern aufs Bild klicken!

Im Wald, überwuchert von Gebüsch und Gestrüpp, gibt es eine Stadt mit allem Drum und Dran zu entdecken: Tempelanlagen, Thermen, ein Amphitheater, Steinsarkophage etc. — vieles noch nicht wirklich ausgegraben und à fonds untersucht. Ich vermute, dass es in der Türkei für ArchäologInnen so viel zu tun gibt, dass die beschränkten Ressourcen es nicht erlauben, an allen Fundstätten gleich aktiv zu sein. Und Olympos steht ganz bestimmt nicht zuoberst auf der Prioritätenliste. Aber als wir Olympos durchstöberten, war immerhin ein Grabungsteam daran, einen Teil der Ruinen genauer zu untersuchen.



Vor allem auf der Südseite des Flüsschens sind die Ruinen so überwachsen, dass nur wenige Leute da durch gehen und es möglicherweise noch einiges zu entdecken gibt.

Der Strand von Olympos mit dem Tahtalı, dem Namensgeber der Stadt

Doch nicht immer ist es in Olympos so idyllisch: Ein deutsches Paar, das im benachbarten Kemer lebt und eine informative Webseite betreibt, berichtet, dass Olympos am 14. Oktober 2009 von einer Flut heimgesucht wurde. Das idyllische Flüsschen ist nach einem starken Gewitter zum reissenden Fluss angeschwollen und spülte zahlreiche Autos ins Meer. Hier ihr Bericht.

Freitag, 15. Juli 2011

Synapse zwischen Çıralı und Wien

Manchmal stellt das Hirn eigenartige Verbindungen her und bringt Dinge zusammen, die nur bedingt zusammengehören, z.B. Füsse auf einem türkischen Teppich mit einer bemalten Passage in Wien.

Als ich in unserer Pension in Çıralı auf meine Füsse schaute, ...



... kam mir dieses Bild in den Sinn, das ich im Frühling in Wien aufgenommen hatte:



Was für eine eigenartige Synapse!

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